GESCHICHTE DER ONYMUS-ORGEL
 


Hauptdaten der Basilika

Im Jahr 1122  wurde unter der Leitung des ansässigen Prämonstratenserordens mit dem Bau der
Basilika und des Klosters begonnen.

Am 25. August 1159 wurde nachweislich die Kirche
zu Ehren der Jungfrau Maria
und der Apostelfürsten Petrus und Paulus
von Erzbischof Arnold von Mainz geweiht.


Um 1500 begann die Einwölbung der Basilika.
Abt Brand liess die gesamte Klosteranlage
von 1709 bis 1725 nach und nach erneuern.
Von 1733 bis 1735 wird die Empore
unter Abt Jacob Münch gebaut.
Während dieser Zeit entstand auch die Orgel.

Ab 1794  ist die Abteikirche Mittelpunkt der Pfarrgemeinde
und wird seit dem als Pfarrkirche genutzt.
Höhepunkt der Geschichte der Kirche
war der 23. Februar 1929,
als Papst Pius XI die Ilbenstädter Kirche
zur päpstlichen Basilika erhob.
Seit dieser Zeit führt sie den Titel
“Basilika von Ilbenstadt”.

Die Onymus-Orgelgeschichte

Jacob Münch, der Abt der Prämonstratenser-Abtei
in Ober-Ilbenstadt, liess die Orgel erbauen.
Der Prospekt entstand in den Jahren von 1732 bis 1734
nach Entwürfen des aus Mainz
stammenden Bildhauers Franz Vossbach.

Ebenfalls aus Mainz,
das damals die Hochburg des Orgelbaus war,
kam der Orgelbaumeister Johann Onymus,
der die dann nach ihm genannte Orgel baute.
Die Fertigstellung und Einweihung
dieser Orgel erfolgte 1735.

Es ist das Grösste erhaltene Instrument
des 18. Jahrhunderts und stellt den Höhepunkt
des Mainzer Orgelbaus im Barock dar.
 
Auf zwei Manualen und dem Pedal kann der Organist
mit Hilfe von dreissig Registern und  etwa 1900 Pfeifen
Musik zum Lobe Gottes erklingen lassen

1930 war die Orgel in einem so desolaten Zustand,
dass der Abriss der Orgel beschlossen wurde.
Doch konnte dieses Schicksal von dem
Kronberger Orgelliebhaber Julius Hembus
abgewendet werden, der das inzwischen
völlig unspielbar gewordene Instrument restaurieren liess.
Durch den Kölner Domorganist Hans Bachem
wurde die Orgel dann neu geweiht.

1970 war erneut eine grundlegende Restaurierung der Orgel notwendig.
Sie wurde zwar nach den damaligen Kenntnissen
korrekt durchgeführt, führte aber zum Verlust von Originalmaterial,
das durch völlig wesensfremde Materialien
wie Aluminium oder Kunststoff ersetzt wurde.
Diese Neuerungen erwiesen sich aber
im Nachhinein als sehr störanfällig.
Danach wurden nur noch die notwendigsten Reparaturen
durchgeführt, um die Orgel spielfähig zu erhalten.


Die Zukunft der Orgel

Jetzt muss eine komplette Restaurierung der Orgel erfolgen,
da sonst die wesentlichen Bauelemente
unwiederbringlich verloren sind.

Der Pfarrverwaltungsrat der katholischen Kirchengemeinde
Ilbenstadt hat dies erkannt
und nach intensiver Begutachtung
durch mehrere namhafte Sachverständige
eine umfassende Restaurierung beschlossen.

Die Arbeiten werden nach
denkmalpflegerischen Maßstäben durchgeführt werden.
Hierbei wird das Hessische Amt für Denkmalpflege
in Verbindung mit den
kirchlichen Einrichtungen des Bistums Mainz
den barocken Originalzustand wiederherstellen lassen.

Dies wird möglich sein,
da noch etwas barockes Originalmaterial vorhanden ist,
und die Experten heute die Arbeitsweise des 18. Jahrhunderts
recht gut kennen.

Mit Freude haben die Experten
die noch zum Teil gut erhaltene historische Substanz,
z. B. der Original-Prospektpfeifen, festgestellt.
Dies erleichtert die Orgelrestaurierung.

Und so kann wieder ein Kulturdenkmal
und Zeugnis für die meisterhafte Arbeit
des Barocks entstehen.

Die Aufgaben

Die Kosten von 420.000,-- €  müssen fast vollständig
von der  Pfarrei aufgebracht werden.
Da sie diesen Betrag nie allein wird aufbringen können,
haben sich am 10.12.2001 verantwortungsbewusste
Bürgerinnen und Bürger in dem

"Verein zum Erhalt der Onymus-Orgel von 1735 e.V."

zusammengeschlossen, um durch
die Akquisition von Spenden die Restaurierung
und somit den Fortbestand
dieser einzigartigen Onymus-Orgel zu sichern.


 

Wappen-Orgel
Organistenansicht
Register links
Ilbenstadt Stich von Merian
Orgel innen 3